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Durch den Zugriff des Menschen auf immer mehr Lebensräume der Tiere geraten diese zunehmend in Bedrängnis. Zahllose sind bereits ausgestorben, vom Aussterben bedroht oder stehen auf der Roten Liste bzw. Vorwarnliste. Viele Menschen erinnern sich, in ihrer Jugend beispielsweise häufig Feuersalamander oder Eidechsen gesehen zu haben. Aber kaum jemand fragt sich, weshalb man sie heute nur noch selten zu Gesicht bekommt. Stattdessen ärgert man sich, wenn hohe Summen ausgegeben werden um letzte größere Vorkommen zu retten, weil diese bei der Planung nicht berücksichtigt wurden.

Fledermäuse benötigen zahlreiche Quartiere, die sie je nach Art in Baumhöhlen, hinter Baumrinden, Spalten, Höhlen, Dachstühlen oder Fensterläden finden. Manche Arten wechseln die Quartiere sehr häufig. Baumhöhlen werden aber auch gerne von anderen Arten wie Vögeln oder Bilchen (z.B. Siebenschläfer) genutzt. Es besteht ein hoher Konkurrenzdruck und mithin Bedarf an Quartieren. In Wirtschaftswäldern ist die Anzahl der Quartiere – bedingt durch das durchschnittlich jüngere Baumalter - naturgemäß niedriger. Leider hängt der Parasitenbefall direkt mit der Anzahl der verfügbaren Quartiere zusammen. Mehr Unterkünfte tragen direkt zur Fitness der Tiere bei.

Den Fledermäusen im Harthäuser Wald wurden Ersatzquartiere im Zuge der Rodungen für die Windräder und DLR-Erweiterung zur Verfügung gestellt.

Da Fledermäuse eine sehr geringe Reproduktionsrate haben (meist 1 Junges pro Jahr oder alle 2 Jahre), sind sie durch Individuenverluste in ihrem Bestand besonders gefährdet. Ihre Populationen erholen sich – wenn überhaupt – nur sehr langsam. Fatal ist es, dass selbst mit den besten Abschaltalgorithmen noch statische 1,9 Tiere pro Anlage und Jahr getötet werden dürfen. Wir gehen davon aus, dass im ersten Betriebsjahr während einer Störung hochgerechnet mindestens weit über 100 Fledermäuse ums Leben kamen und somit die Population bereits erheblich geschädigt wurde.

Mit unserem Projekt „Fledermauskasten“ wollen wir die Situation für unsere Fledermäuse zumindest etwas verbessern. 30 verschiedene Kästen (Spalten- und Rundkästen, sowie Winterquartiere (Großraumhöhlen) hat der Verein in Absprache mit dem zuständigen Forstamt im Staatsforst in einem bereits beruhigten Bereich aufgehängt.

Bis Fledermäuse Kastenhilfen annehmen, können bis zu 10 Jahren vergehen. Studien haben aber gezeigt, dass sie Kästen deutlich schneller akzeptieren, wenn sie ihnen bereits bekannt sind (beispielsweise durch Vogelnistkästen). Bei den Kontrollen im Herbst werden wir sehen, ob die ersten bereits angenommen wurden.

Im Harthäuser Wald werden vom NABU Vogelnistkästen seit Jahrzehnten betreut, und auch die im Rahmen der Ausgleichsmaßnahmen aufgehängten Fledermauskästen wurden bereits im ersten Jahr teilweise angenommen.

Wir bieten die Möglichkeit, eine Patenschaft für einen Kasten zu übernehmen. Dazu wählt der Pate einen Kasten der Firmen Strobel oder Schwegler aus (s. Liste). Die Preisspanne beträgt zw. 28,56 und 223,48 Euro. Der Pate/die Patin erhält eine persönliche Urkunde mit Namen, Kastennummer und Koordinaten, sowie spätestens zum Jahresende eine Spendenbescheinigung. Wenn die Patenschaft verschenkt werden soll, wird der Name des Beschenkten auf der Urkunde eingetragen.

Der Verein bestellt nach Eingang des Antrags und der Überweisung den gewünschten Kasten, übernimmt die Versandkosten und erwirbt bis auf weiteres zudem auf Vereinskosten einen weiteren Kasten desselben Modells. Damit können wir die Anzahl der aufgehängten Fledermauskästen rascher erhöhen, und der Pate hat durch seine Patenschaft zwei Kästen ermöglicht, wofür wir uns in Namen der Fledermäuse schon vorab herzlich bedanken möchten.

 

Der Verein sorgt außerdem für die Reinigung der Fledermauskästen. Der Pate wird über den Besatz seines Kastens informiert, nach Möglichkeit auch über die Art. Daher wäre es hilfreich, wenn Sie uns eine E-Mail-Adresse von sich und/oder dem Beschenkten mit angeben.

Hier geht`s zu den Kastentypen

Und hier zum Antrag