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10 Jahre Windpark Harthäuser Wald – ein politisches Versagen mit tödlichen Folgen

Mäusebussard an F1
Schlagopfer Mäusebussard an F1

Der Betreiber des Windparks Harthäuser Wald feiert „10 Jahre Erfolg“.

Wir sehen: 10 Jahre dokumentiertes Sterben geschützter Arten – und ein systematisches Wegsehen der Verantwortlichen

Gestern Morgen wurden erneut zwei Mäusebussarde als Schlagopfer gefunden, an den Anlagen J3 und F1. Zwei streng geschützte Greifvögel – getötet durch Windkraftanlagen, deren Risiken seit Jahren bekannt sind. Diese Funde sind keine Ausnahme. Sie sind die Folge eines Problems, das nie ernsthaft gelöst wurde. Denn was tatsächlich geschieht, wird nicht vollständig erfasst: Ein Großteil der Schlagopfer wird nie gefunden. Füchse, Marder und andere Aasfresser beseitigen die Kadaver oft innerhalb kurzer Zeit. Die offizielle Wahrnehmung bleibt dadurch zwangsläufig unvollständig – und politisch bequem. Besonders dramatisch ist die Situation bei Fledermäusen. Jahr für Jahr sterben zahlreiche Tiere – durch Kollisionen oder durch die tödlichen Druckverhältnisse an den Rotoren. Auch das ist seit langem wissenschaftlich belegt. Und dennoch wird der Betrieb der Anlagen nicht ausreichend angepasst. Die Verantwortung dafür liegt nicht nur beim Betreiber. Auch die Genehmigungsbehörden und die politische Ebene tragen Verantwortung dafür, dass diese Zustände seit Jahren andauern. Schutzvorschriften existieren – doch sie werden offensichtlich nicht konsequent umgesetzt oder kontrolliert. Stattdessen wird gefeiert. Ein Windpark, der regelmäßig geschützte Arten tötet, ist kein „Vorzeigeprojekt“. Er ist ein Beispiel dafür, wie Naturschutz in der Praxis ausgehöhlt wird, sobald wirtschaftliche Interessen dominieren.

Wer nach zehn Jahren Betrieb noch immer Schlagopfer findet, kann nicht von Erfolg sprechen. Wer diese Realität ignoriert, macht sich mitschuldig.

Schlagopfer Mäusebussard an J3
Schlagopfer Mäusebussard an J3

Wir fordern:

  • eine unabhängige und lückenlose Erfassung aller Schlagopfer
  • die konsequente Umsetzung und Kontrolle von Abschaltmaßnahmen
  • Transparenz gegenüber der Öffentlichkeit statt PR-Veranstaltungen
  • eine ehrliche politische Debatte über die tatsächlichen Auswirkungen solcher Anlagen

Der Harthäuser Wald ist ein geschützter Lebensraum – kein Experimentierfeld und kein Ort für Schönfärberei.

10 Jahre Windpark Harthäuser Wald sind kein Grund zum Feiern. Sie sind ein Grund, endlich Verantwortung zu übernehmen.

Schutzgemeinschaft Harthäuser Wald e.V.